{"id":1022,"date":"2011-09-22T10:49:42","date_gmt":"2011-09-22T10:49:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/?p=1022"},"modified":"2011-09-22T10:50:13","modified_gmt":"2011-09-22T10:50:13","slug":"kinderstube-von-tiefseehaien-entdeckt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/2011\/09\/kinderstube-von-tiefseehaien-entdeckt\/","title":{"rendered":"Kinderstube von Tiefseehaien entdeckt"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1023\" aria-describedby=\"caption-attachment-1023\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/rohrenwurmfeld-mit-katzenhai-eikapseln.jpg\" rel=\"wp-prettyPhoto[g1022]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1023\" title=\"R\u00f6hrenwurmfeld mit Katzenhai-Eikapseln\" src=\"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/rohrenwurmfeld-mit-katzenhai-eikapseln-300x225.jpg\" alt=\"R\u00f6hrenwurmfeld mit Katzenhai-Eikapseln\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/rohrenwurmfeld-mit-katzenhai-eikapseln-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/rohrenwurmfeld-mit-katzenhai-eikapseln.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1023\" class=\"wp-caption-text\">R\u00f6hrenwurmfeld mit Katzenhai-Eikapseln (L\u00e4nge ca. 5 cm, rot-br\u00e4unliche F\u00e4rbung) aus der Perspektive des belgischen Unterwasserrobotors Cherokee (\u00f6stliches Mittelmeer, 500 m Wassertiefe). (Copyright: West Nil Delta Projekt, Quelle: www.ifm-geomar.de)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nat\u00fcrliche Methanquellen in der Tiefsee waren bisher  als Lebensraum f\u00fcr wenige, hoch spezialisierte \u00dcberlebensk\u00fcnstler  bekannt. Jetzt konnten Wissenschaftler des Kieler Leibniz-Institut f\u00fcr  Meereswissenschaften (<a href=\"http:\/\/www.ifm-geomar.de\" target=\"_blank\">IFM-GEOMAR<\/a>) und der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen zusammen  mit Kollegen aus \u00d6sterreich und den USA <a href=\"http:\/\/www.ifm-geomar.de\/index.php?id=537&amp;tx_ttnews[tt_news]=792&amp;tx_ttnews[backPid]=551&amp;cHash=b39a12b672\" target=\"_blank\">nachweisen<\/a>, dass diesen  Methanquellen auch eine wichtige Rolle als Kinderstube f\u00fcr  Tiefsee-Raubfische und damit f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t in der Tiefsee  allgemein zukommt. Die entsprechende Studie ist in der aktuellen Ausgabe  der Fachzeitschrift \u201eMarine Ecology Progress Series\u201c erschienen.<\/p>\n<p>R\u00f6hrenw\u00fcrmer,  riesige Bakterienkolonien, gro\u00dfe wei\u00dfe Muscheln\u00a0 und skurrile  Kalksteinlandschaften \u2013 die Lebensgemeinschaften an nat\u00fcrlichen  Methanquellen in der Tiefsee sind einzigartig und haben mit der \u00fcbrigen  Umwelt im Ozean auf den ersten Blick wenig zu tun. Ein  Wissenschaftlerteam um die Geobiologin Professor Tina Treude vom Kieler  Leibniz-Institut f\u00fcr Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und den  Pal\u00e4ontologen Dr. Steffen Kiel von der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen hat nun im  R\u00f6hrenwurm-Dickicht von Methanquellen im Mittelmeer und im Ost-Pazifik  tausende Eikapseln von Tiefseehaien und -rochen entdeckt. Zudem fanden  sie Versteinerungen solcher Eikapseln an einer 35 Millionen Jahre alten  Methanquelle im Westen der USA. \u201eOffensichtlich sind nat\u00fcrliche  Methanquellen eine wichtige Kinderstube f\u00fcr Tiefsee-Raubfische\u201c, sagt  Professorin Treude. Die Entdeckungen ver\u00f6ffentlichen die Wissenschaftler  in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Marine Ecology Progress  Series.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1024\" aria-describedby=\"caption-attachment-1024\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/rochen-eier.jpg\" rel=\"wp-prettyPhoto[g1022]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1024\" title=\"Rochen-Eikapseln\" src=\"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/rochen-eier-300x199.jpg\" alt=\"Rochen-Eikapseln\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/rochen-eier-300x199.jpg 300w, http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/rochen-eier.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1024\" class=\"wp-caption-text\">Aufnahme eines Tiefsee-Videoschlittens von Rochen-Eikapseln auf hartem Karbonatuntergrund w\u00e4hrend der Expedition SO210 im Oktober 2010. Die L\u00e4nge der Kapseln betr\u00e4gt ca. 20 cm. In der Mitte des Bildes sind gekringelte Wurmr\u00f6hren zu sehen (S\u00fcd-Ost Pazifik, 700 m Wassertiefe). (Copyright: SFB 574. Quelle: ifm-geomar.de)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Hai- und Rochenarten, die Eier legen, befestigen ihre  Eikapseln gerne an festen Strukturen, an denen sauerstoffreiches Wasser  entlang str\u00f6mt, wie zum Beispiel an Korallen oder an senkrechten  Felsh\u00e4ngen. Der Tiefseeboden besteht aber gr\u00f6\u00dftenteils aus feinem  Schlamm. Feste Strukturen sind hier selten. Daher ist es eigentlich  nicht \u00fcberraschend, dass die Tiere auch R\u00f6hrenwurm-Dickichte und  Kalksteinausw\u00fcchse an Methanquellen als Schutz f\u00fcr den Nachwuchs nutzen.  \u201eAls wir im Herbst 2010 mit einem Videoschlitten den Meeresboden vor  der K\u00fcste von Chile in bis zu 700 Metern Tiefe untersuchten, fanden wir  zwischen R\u00f6hrenw\u00fcrmern und Kalksteinbl\u00f6cken gleich mehrere Generationen  von riesigen Eikapseln, die von Tiefseerochen abgelegt wurden\u201c,  berichtet Professorin Treude, \u201esogar ein tr\u00e4chtiges Rochenweibchen  schwamm uns vor die Kamera des Videoschlittens.\u201c \u00c4hnliche Bilder sah die  Meeresforscherin, als sie w\u00e4hrend einer fr\u00fcheren Expedition im  Mittelmeer unterwegs war. Die Eikapseln dort konnten eindeutig  Katzenhaien zugeordnet werden. Von Katzenhaien stammen auch Eikapseln,  die Wissenschaftler unter Leitung von Dr. Kiel im US-Bundesstaat  Washington fanden. In diesem Fall waren die Kapseln aber 35 Millionen  Jahre alt und versteinert. Sie befanden sich zwischen ebenfalls  versteinerten R\u00f6hrenw\u00fcrmern an einer fossilen Methanquelle, die dank  geologischer Prozesse aus dem Meer gehoben wurde und an den s\u00fcdlichen  Ausl\u00e4ufern der Olympic Mountains zug\u00e4nglich ist. \u201eDamit l\u00e4sst sich das  Brutverhalten dieser Tiere weit in die Erdgeschichte zur\u00fcckverfolgen\u201c  erkl\u00e4rt Dr. Kiel, der seit vielen Jahren die Fossil- und  Evolutionsgeschichte von Tiefsee-\u00d6kosystemen erforscht.<\/p>\n<p>Die  Entdeckung der Wissenschaftler ist allerdings auch mit Blick auf die  Zukunft mariner \u00d6kosysteme wichtig. Denn Raubtiere sind f\u00fcr die  Artenvielfalt von gro\u00dfer Bedeutung. Sie fressen meist die h\u00e4ufigen Arten  und schaffen so Raum f\u00fcr seltenere Spezies. Haie und Rochen geh\u00f6ren zu  den wichtigsten Raubtieren in der Tiefsee. \u201eDie gro\u00dfe geographische  Distanz zwischen unseren Funden und ihre lange Fossilgeschichte lassen  vermuten, dass Tiefseehaie und andere Raubfische auch Methanquellen in  anderen Teilen der Ozeane als Kinderstube nutzen\u201c erl\u00e4utert Tina Treude.  Durch Schleppnetzfischerei, bei der riesige Netze mit hoher  Geschwindigkeit \u00fcber den Meeresgrund gezogen werden, werden diese  \u00d6kosysteme besch\u00e4digt und in ihrer Funktion als m\u00f6gliche Kinderstube f\u00fcr  Raubfische gest\u00f6rt. \u201eMit unserer Arbeit unterst\u00fctzen wir Bestrebungen,  solche Methanquellen als internationale Reservate auszuweisen und unter  Schutz zu stellen\u201c sagt Tina Treude.<\/p>\n<p><strong>Originalarbeit:<\/strong><br \/>\nTreude,  T., S. Kiel, P. Linke, J. Peckmann, J. L. Goedert. Elasmobranch egg  capsules associated with modern and ancient cold seeps: a nursery for  marine deep-water predators; Marine Ecology Progress Series Vol. 437,  175-181, <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.3354\/meps09305\" target=\"_blank\">http:\/\/dx.doi.org\/10.3354\/meps09305<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrliche Methanquellen in der Tiefsee waren bisher als Lebensraum f\u00fcr wenige, hoch spezialisierte \u00dcberlebensk\u00fcnstler bekannt. 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