{"id":1114,"date":"2012-01-29T19:30:06","date_gmt":"2012-01-29T19:30:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/?p=1114"},"modified":"2012-01-27T13:08:33","modified_gmt":"2012-01-27T13:08:33","slug":"pressemitteilung-geomar-klimawandel-der-golfstrom-warmt-sich-rascher-auf","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/2012\/01\/pressemitteilung-geomar-klimawandel-der-golfstrom-warmt-sich-rascher-auf\/","title":{"rendered":"Pressemitteilung GEOMAR: Klimawandel \u2013 Der Golfstrom w\u00e4rmt sich rascher auf"},"content":{"rendered":"<p><strong>Meeresstr\u00f6mungen reagieren st\u00e4rker als bisher angenommen<\/strong><\/p>\n<p>Der Golfstrom ist nicht nur eine der st\u00e4rksten Meeresstr\u00f6mungen. Die mit ihm transportierte W\u00e4rme ist insbesondere f\u00fcr das vergleichsweise milde Klima in Mittel- und Nordeuropa verantwortlich. Ein internationales Forscherteam untersuchte nun, wie sich das Verhalten dieses Stromsystems, wie auch anderer, sogenannter westlicher Randstr\u00f6me, im letzten Jahrhundert ver\u00e4ndert hat. Dazu trugen sie eine Vielzahl von Beobachtungsdaten und Modellsimulationen zusammen und kamen zu dem Ergebnis, dass sich diese Stromsysteme zwei- bis dreimal so rasch erw\u00e4rmt haben als der Rest des Ozeans. Neben der direkten Wirkung auf das Klima, ist auch die dadurch reduzierte Aufnahmef\u00e4higkeit von Kohlendioxid von besonderer Bedeutung. Die Studie erscheint am 29. Januar in dem renommierten Fachmagazin Nature Climate Change.<\/p>\n<p>Eisfreie K\u00fcsten bis in Regionen n\u00f6rdlich des Polarkreises, Laubw\u00e4lder und Getreideanbau, wo in anderen Erdteilen auf gleichem Breitenkreis subpolare Bedingungen vorherrschen &#8211; das Klima Mittel- und Nordeuropas ist dank des Golfstroms und seiner sich weit nach Norden erstreckenden Ausl\u00e4ufer vom Klima her sehr beg\u00fcnstigt. Die warme Meeresstr\u00f6mung, die ihren Ursprung im Golf von Mexiko hat, transportiert bis zu 100 Mio. Kubikmeter Wasser pro Sekunde an der amerikanischen Ostk\u00fcste entlang nach Norden. Dabei ist der Golfstrom nur eine von mehreren sogenannten westlichen Randstr\u00f6men, die f\u00fcr die Umverteilung von W\u00e4rme und Feuchte zwischen den Subtropen und Polargebieten verantwortlich sind. Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat nun untersucht, inwieweit sich diese warmen Str\u00f6mungen im Laufe des letzten Jahrhunderts ver\u00e4ndert haben. Die Ergebnisse, die nun ein der Fachzeitschrift Nature Climate Change ver\u00f6ffentlicht wurden, zeigen, dass die Erw\u00e4rmung dieser Stromsysteme besonders stark ausf\u00e4llt und mit einer leichten polw\u00e4rtigen Verlagerung einhergeht. Dies kann auch Konsequenzen f\u00fcr die Aufnahme von Kohlendioxid im Ozean haben, die bei h\u00f6heren Temperaturen geringer ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>\u201eWir haben insgesamt acht verschiedene globale Beobachtungsdatens\u00e4tze der Temperatur angeschaut sowie Meeresstr\u00f6mungen mit Hilfe eines hochaufl\u00f6senden Ozeanmodells unter Nutzung von Beobachtungsdaten simuliert\u201c, erl\u00e4utert Prof. Dr. Martin Visbeck, Co-Autor der Studie und Leiter der Physikalischen Ozeanographie am Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung Kiel (GEOMAR). \u201eMit dieser Studie konnten wir zeigen, dass alle westlichen Randstromregionen \u00fcber die letzten 100 Jahre eine deutlich st\u00e4rkere Erw\u00e4rmung als das globale Mittel zeigen\u201c, so Visbeck weiter. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind nicht vollst\u00e4ndig verstanden. \u201eWir dachten erst an systematische Verst\u00e4rkung im Windfeld. Dies hat sich so klar nicht best\u00e4tigt nur eine leichte polare Verschiebung der Windsysteme lie\u00df sich finden. Alles deutet auf eine Ver\u00e4nderung der globalen Ozeanzirkulation durch den Klimawandel hin mit expandierenden Subtropen\u201c, meint Professor Visbeck. Um der Ursache des Befunds weiter auf die Spur zu kommen, werden zwei Dinge ben\u00f6tigt: weitere, lange Modellsimulationen und vor allem Langzeitbeobachtungen in den westlichen Randstromsystemen um klimabedingte Trends von nat\u00fcrlichen Schwankungen zu trennen. \u201eDer Patient Ozean braucht eine Art Langzeit-EKG, denn mit sporadischen Messungen werden wir die Ursache nur sehr schwer finden. Solche Erw\u00e4rmungstrends haben auch noch andere Langzeitfolgen, wie zum Beispiel eine reduzierte Aufnahme von Kohlendioxid, die wiederum die Klimaerw\u00e4rmung weiter verst\u00e4rkt. Hier m\u00fcssen wir aufpassen, um schwerwiegende Langzeitfolgen zu vermeiden\u201c, res\u00fcmiert Visbeck.<\/p>\n<p><strong>Originalarbeit:<\/strong><\/p>\n<p>Wu, L., W. Cai, L. Zhang, H. Nakamura, A. Timmermann, T. Joyce, M. J. McPhaden, M. Alexander, B. Qiu, M. Visbeck, P. Chang, and B, Giese, 2012: Enhanced warming over the global subtropical western boundary currents. <em>Nature Climate Change<\/em>, DOI: 10.1038\/NCLIMATE1353<\/p>\n<p><strong>Links:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.geomar.de\/\">www.geomar.de<\/a> GEOMAR | Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung Kiel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meeresstr\u00f6mungen reagieren st\u00e4rker als bisher angenommen Der Golfstrom ist nicht nur eine der st\u00e4rksten Meeresstr\u00f6mungen. Die mit ihm transportierte W\u00e4rme ist insbesondere f\u00fcr das vergleichsweise milde Klima in Mittel- und Nordeuropa verantwortlich. 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