{"id":866,"date":"2011-06-29T09:33:19","date_gmt":"2011-06-29T09:33:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/?p=866"},"modified":"2011-06-29T09:33:19","modified_gmt":"2011-06-29T09:33:19","slug":"einwanderer-sind-robuster-kieler-meeresbiologen-klaren-ein-geheimnis-biologischer-invasionen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/2011\/06\/einwanderer-sind-robuster-kieler-meeresbiologen-klaren-ein-geheimnis-biologischer-invasionen\/","title":{"rendered":"Einwanderer sind robuster: Kieler Meeresbiologen kl\u00e4ren ein Geheimnis biologischer Invasionen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Pressemitteilung:<\/strong> Die Invasion fremder Arten  in \u00d6kosysteme erregt immer wieder die Aufmerksamkeit der \u00d6ffentlichkeit \u2013  vor allem, wenn die Invasion gravierende Folgen hat. Doch im Vergleich  zur Gesamtzahl der Arten, die t\u00e4glich in Schiffen oder auf nat\u00fcrlichem  Weg \u00fcber die Ozeane reisen, ist der Anteil erfolgreicher Invasoren  gering. Warum das so ist, untersuchte das Forschungs- und  Studienprogramm GAME am Leibniz-Institut f\u00fcr Meereswissenschaften  (IFM-GEOMAR) in einer globalen Studie. Sie erscheint aktuell in der  Online-Ausgabe des internationalen Fachjournals \u201eEnvironmental  Research\u201c.<\/p>\n<figure id=\"attachment_867\" aria-describedby=\"caption-attachment-867\" style=\"width: 212px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Gr\u00fcnlippmuschel-Perna-viridis-.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-867\" title=\"Gr\u00fcnlippmuschel Perna viridis\" src=\"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Gr\u00fcnlippmuschel-Perna-viridis--212x300.jpg\" alt=\"Gr\u00fcnlippmuschel Perna viridis\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Gr\u00fcnlippmuschel-Perna-viridis--212x300.jpg 212w, http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Gr\u00fcnlippmuschel-Perna-viridis-.jpg 724w\" sizes=\"(max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-867\" class=\"wp-caption-text\">Die Gr\u00fcnlippmuschel Perna viridis stammt aus dem Pazifik, verbreitet sich mittlerweile aber auch in der Karibik. In der GAME-Station Trinidad &amp; Tobago war sie Untersuchungsgegenstand.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auf den  Ozeanen herrscht reger Verkehr. 53.000 Handelsschiffe befuhren  beispielsweise im Jahr 2009 die Weltmeere. Sie transportierten etwa acht  Milliarden Tonnen Fracht \u2013 doch nicht nur die. Im Ballastwasser der  Schiffe und als Aufwuchs auf deren R\u00fcmpfen fuhren auch unz\u00e4hlige Tiere  und Pflanzen als blinde Passagiere mit. Sch\u00e4tzungen gehen davon aus,  dass t\u00e4glich 10.000 Arten so \u00fcber die Weltmeere reisen. Im Vergleich  dazu ist die Zahl der Arten, die sich nach der Reise erfolgreich in der  neuen Umgebung festsetzen k\u00f6nnen, gering. \u201e\u00d6kologen besch\u00e4ftigt schon  lange die Frage, welche Eigenschaften einer Art eine erfolgreiche  Invasion fremder \u00d6kosysteme beg\u00fcnstigen\u201c, sagt der Meeresbiologe Dr.  Mark Lenz vom Kieler Leibniz-Institut f\u00fcr Meereswissenschaften  (IFM-GEOMAR). Ein Schritt zur Beantwortung dieser Frage liefert eine  Studie, die Dr. Lenz und Professor Martin Wahl (ebenfalls IFM-GEOMAR) im  Rahmen des Forschungs- und Studienprogramms GAME zusammen mit  Studierenden aus f\u00fcnf L\u00e4ndern rund um den Globus durchgef\u00fchrt haben. Die  Ergebnisse erscheinen aktuell in der Online-Ausgabe des internationalen  Fachjournals \u201eEnvironmental Research\u201c.<\/p>\n<p>Im  Mittelpunkt dieser Studie stand die F\u00e4higkeit von Arten, mit  Umweltstress zurechtzukommen. \u201eTemperaturschwankungen oder ein anderer  Salzgehalt des Wassers \u2013 die Organismen sind w\u00e4hrend des Transportes,  aber auch nach der Ankunft im neuen Lebensraum einem gro\u00dfen Umweltstress  ausgesetzt. Die Annahme liegt also nahe, dass invasive Arten  grunds\u00e4tzlich toleranter gegen\u00fcber diesen Belastungen sind als  nicht-invasive\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Lenz, \u201ebislang lagen dazu aber kaum  empirische Daten vor\u201c.<\/p>\n<figure id=\"attachment_868\" aria-describedby=\"caption-attachment-868\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Pazifische-Auster.jpg\" rel=\"wp-prettyPhoto[g866]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-868\" title=\"Pazifische Auster\" src=\"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Pazifische-Auster-300x199.jpg\" alt=\"Pazifische Auster\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Pazifische-Auster-300x199.jpg 300w, http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Pazifische-Auster-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/www.dive-hive.com\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Pazifische-Auster.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-868\" class=\"wp-caption-text\">Die Pazifische Auster hat es geschafft - sie konnte sich im schleswig-holsteinischen Wattenmeer wie hier vor Sylt etablieren. Doch nicht jede Art, die \u00fcber die Ozeane reist, kann ein neues \u00d6kosystem f\u00fcr sich erobern. Welche Faktoren eine erfolgreiche Invasion beg\u00fcnstigen haben Meeresbiologen im Forschungs- und Studienprogramm GAME untersucht.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Um die Diskussion mit  gesicherten Ergebnissen zu unterf\u00fcttern, untersuchten in den Jahren 2009  und 2010 Teilnehmer des GAME-Programms an f\u00fcnf Standorten weltweit  (Finnland, Wales, Trinidad &amp; Tobago, Brasilien, Neuseeland) die  Toleranz von Muscheln, Seescheiden und Flohkrebsen gegen\u00fcber  Umweltstress. Jeweils paarweise verglichen die Studierenden dabei eine  invasive und eine nicht-invasive Art. Beide Arten waren jeweils verwandt  und besetzen die gleiche \u00f6kologische Nische. So wurde beispielsweise in  Wales untersucht, ob sich zwei Arten von koloniebildenden Seescheiden,  Diplosoma listerianum und Didemnum vexillum in ihrer Toleranz gegen\u00fcber  einem deutlich herabgesetzten Salzgehalt unterscheiden. Die erste Art  ist seit langer Zeit f\u00fcr die Gew\u00e4sser um die britischen Inseln  beschrieben, w\u00e4hrend die zweite Art erst seit kurzem in der Irischen See  auftritt.<\/p>\n<p>Alle Vergleiche der Studie, unabh\u00e4ngig  von den untersuchten Arten und dem Standort, zeigten dasselbe Bild:  Wann immer zwei Arten zeitgleich dem gleichen Stress ausgesetzt wurden,  stellten sich die invasiven Organismen als die robusteren heraus. \u201eDie  Eindeutigkeit der Befunde unterst\u00fctzt die Annahme, dass die Toleranz  gegen\u00fcber Umweltstress eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr erfolgreiche  biologische Invasionen ist, erstmals mit belastbaren wissenschaftlichen  Daten\u201c, betont Dr. Lenz. Diese Erkenntnis kann beispielsweise daf\u00fcr  genutzt werden, das invasive Potenzial einer Art bereits im Vorfeld  abzusch\u00e4tzen. \u201eDenn auch wenn die Zahl der erfolgreichen Invasoren klein  ist, kann schon die Pr\u00e4senz einer einzelnen neuen Art in einem  \u00d6kosystem einschneidende Folgen haben\u201c, betont der Meeresbiologe.<br \/>\nEs  blieb nach dieser Studie die wichtige Frage, ob die invasiven Arten als  solche oder nur die erfolgreich eingewanderten Populationen einer Art  besonders stress-resistent sind. Dieser Frage hat sich das j\u00fcngste  GAME-Projekt angenommen, die Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse wird  zurzeit vorbereitet.<\/p>\n<p><strong>Originalarbeit:<\/strong><br \/>\nLenz,  M, B.A.P.da Gama, N.V. Gerner, J. Gobin, F. Gr\u00f6ner, A. Harry, S.R.  Jenkins, P. Kraufvelin, C. Mummelthei, J. Sareyka, E.A. Xavier, M. Wahl,  2011: Non-native marine invertebrates are more tolerant towards  environmental stress than taxonomically related native species: Results  from a globally replicated study. Environ. Res. (2011), doi:  10.1016\/j.envres.2011.05.001<\/p>\n<p><strong>Hintergrundinformationen: GAME <\/strong><br \/>\nNach  einer Pilotstudie in den Jahren 2000 bis 2002 wurde GAME (Global  Approach by Modular Experiments) 2002 am Kieler Leibniz-Instituts f\u00fcr  Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) von dem Meeresbiologen Professor  Martin Wahl gegr\u00fcndet. Studierende aus Deutschland und mittlerweile 24  Partnerl\u00e4ndern besch\u00e4ftigen sich in weltweiten Studien mit den Folgen  des globalen Wandels in K\u00fcsten\u00f6kosystemen. Bisher haben 70 Studentinnen  und Studenten aus Deutschland und noch einmal so viele aus den  Partnerl\u00e4ndern im Rahmen von GAME einen Diplom- oder Masterabschluss  erlangt.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.ifm-geomar.de\/index.php?id=537&amp;tx_ttnews[tt_news]=760&amp;tx_ttnews[backPid]=551&amp;cHash=845821577b\" target=\"_blank\">www.ifm-geomar.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemitteilung: Die Invasion fremder Arten in \u00d6kosysteme erregt immer wieder die Aufmerksamkeit der \u00d6ffentlichkeit \u2013 vor allem, wenn die Invasion gravierende Folgen hat. Doch im Vergleich zur Gesamtzahl der Arten, die t\u00e4glich in Schiffen oder auf nat\u00fcrlichem Weg \u00fcber die Ozeane reisen, ist der Anteil erfolgreicher Invasoren gering. 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