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In Japan werden jährlich etwa 20.000 Define getötet

Walprodukte im Taiji Wal-MuseumIn dem kleinen Fischerort Taiji in der Präfektur Wakayama soll die jährliche Delfin-Jagd wie üblich stattfinden. Vor kurzem hatte deshalb sogar Taijis australische Schwester-Stadt Broome die Beziehung zu dem japanischen Ort gekündigt. Die Treibjagd, bei der Delfine auf See gefangen oder in Buchten eingepfercht und getötet werden, beginnt jedes Jahr am ersten September und endet sechs Monate später.

Durch lautes Hämmern auf Metallstangen im Meer beeinträchtigen die Fischer den Orientierungssinn der Delfine und treiben sie so in eine mit Netzen abgesperrte Lagune. Aus dieser gibt es dann kein Entkommen mehr. Wie die Süddeutsche Zeitung bereits im Oktober 2008 berichtete, werden einzelne besonders schöne Tiere im Auftrag von Aquarien und Delfinarien aus aller Welt ausgesucht und für bis zu 200.000 Dollar (zirka 150.000 Euro) verkauft. Die übrigen Kleinwale werden mit Lanzen, Haken und Messern abgestochen. Der überwiegende Teil der blutigen Ernte wandert dann in den Schredder: Aus Delfinen machen die Japaner unter anderem Hundefutter.

In Deutschland ist laut Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des deutschen Wal- und Delfinschutz-Forums (WDSF), derzeit kein Delfin aus Taiji in Gefangenschaft. "Wir müssen massiv einschreiten, da seit Jahren auf bilateraler Ebene keine Erfolge mit der japanischen Regierung für einen Konsens bei dem illegalen Töten der Meeressäuger zu verzeichnen sind", sagte Ortmüller.

Tradition in Taiji

Die japanischen Fischer berufen sich auf eine tausende von Jahren alte Tradition, mit der sie das Essen von Wal- und Delfinfleisch rechtfertigen. Nicht einmal die Tatsache, dass das Fleisch der Meeressäuger inzwischen stark mit Quecksilber belastet ist und eine Gefahr für Schwangere und Kleinkinder darstellt, hält sie von ihrer Jagd ab. In den Küstenorten beharren laut GEO viele Familien geradezu trotzig auf den zweifelhaften Genuss und lassen sich Delfinfleisch angeblich viel Geld kosten.

Die Organisation Oceanic Defense veröffentlichte vor kurzem auf ihrer Webseite ein aktuelles Statement der japanischen Walfang-Assoziation vor Ort:

"Die japanischen Fischer von Taiji wurden zu Beginn dieses Monats erneut von den Vertretern einer Öko-Terror-Organisation belästigt. Wieder haben diese Eindringlinge den Medien gegenüber den jahrhundertealten Fischfang und ihre eigenen Handlungen völlig verdreht dargestellt. Dies geschah vermutlich weil die Organisation ihre Chancen bei Investoren verbessern möchte. Archäologen haben bewiesen, dass Japan schon vor 9000 Jahren begann, Delphine und Wale als Nahrungsquelle zu nutzen. Anfangs verwerteten Küstenbewohner gestrandete Wale und organisierten Delfinjagd im kleineren Rahmen. Aufzeichnungen aus dem Jahre 1606 zeigen, dass Taiji begann Walfang am größeren Stil zu betreiben. Dadurch wurde Taiji die Wiege der traditionellen Walfangindustrie Japans. Taiji kann mit Stolz auf Geschichte von 400 Jahren Walfang zurückblicken. Von Taiji aus verbreitete sich der traditionelle Walfang in ganz Japan. In der heutigen Zeit erstreckt sich der Walfang in Taiji auf mehrere Arten von kleinen Walen und Delfinen. Der Delfinfang wird von der japanischen Regierung in Übereinstimmung mit geltendem nationalen und internationalen Gesetzen geregelt. Im Jahr 1946 unterzeichneten die Walfang-Nationen bei der Gründung der Internationalen Walfangkommission (IWC) das Internationale Übereinkommen zur Regelung des Walfangs. Das geschah "um für die ordnungsgemäße Erhaltung der Walbestände zu sorgen und auf diese Weise auch für eine geregelte Entwicklung der Walfang-Industrie." Die IWC betrifft die 13 Arten der großen Wale. Kleine Wale und Delfine sind dagegen im  Verantwortungbereich der Küstenstaaten, in deren Gewässern sie sich aufhalten. Die Regierung von Japan erhält eine für jede Art festgelegte Quote, die wiederum auf wissenschaftlichen Schätzungen beruht. Während der Fischfang-Saison in Taiji überwachen Regierungsbeamte den gesamten Ablauf und nehmen von jedem gefangenen Tier Proben für wissenschaftliche Analysen. Für Japan ist der Wal- und Delfinfang seit tausenden von Jahren eine wichtige Nahrungsquelle. Seit der Gründung der IWC, die sich auf alle großen Wale erstreckt, dürfen Japans Walfang-Gemeinden nur noch die kleinen Wale und Delfine fangen, die unter Japans Obhut stehen. Die Gemeinde Taiji ist daher auf der Hut, wenn Eindringlinge, deren Agenda weder auf internationalem Recht noch auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht, weiterhin mutwillig die Fakten über diesen Fischfang aus purem Eigennutz verdrehen. Der Delfinfang ist ein wichtiger Teil einer Tradition, mit Hilfe derer Generationen von Taiji-Fischern ihre Gemeinde mit Essen versorgt haben. Sie werden dies auch weiterhin tun."

Das englische Original des Statements und weitere Kommentare von Oceanic Defense finden sich auf dem Blog der Organisation. Eine weitere, etwas ältere Botschaft der "Leute von Taiji" aus dem Jahr 1994 bietet zusätzlichen Einblick in die Ansichten der Fischer.

The Cove. Shallow water. Deep secret.

Die weltweite Aufmerksamkeit auf Taiji erhöhte sich diesen Sommer mit dem Start des Filmes "The Cove", zu deutsch "Die Bucht". Regie führte der National-Geographic-Fotograf Louie Psihoyos, inspiriert von Richard O'Barry, dem Meeressäugetier-Spezialist für das amerikanische Earth Island Institute und Mitbegründer des deutschen Wal- und Delfinschutz-Forums (WDSF). Der in den 60er Jahren als Trainer des TV-Delphins "Flipper" bekannt gewordene Tierschützer befreite in der Vergangenheit viele Tiere illegal und verhalf zum Beispiel Erkundungsdelfinen der US-Navy wieder zum Leben im offenen Meer. Seit Jahren dokumentiert er das Treiben der Fischer in Taiji.

"The Cove" wurde von einem Undercover Team mit versteckten Kameras gedreht und erhielt Auszeichnungen bei mehreren Filmfestspielen, darunter das Sundance-Festival, welches von Robert Redford gegründet wurde. "Wir schätzen Japan und die japanische Bevölkerung sehr – sie haben ein Recht die Wahrheit zu erfahren", sagt Richard O’Barry. Auch Regisseur Louie Psihoyos äußerte die Hoffnung, dass dem "grauenvollsten Abschlachten von Tieren auf diesem Planeten" ein Ende gesetzt wird, sobald die Bevölkerung Kenntnis davon hat. Für das Tokio-Film-Festival vom 7. bis zum 25. Oktober 2009, wurde der Film übrigens nicht zugelassen obwohl diese Jahr Umweltthemen vorherrschend sind. Das Festival steht unter dem Motto:"Action! For earth". In Deutschland wird der US-Doku-Thriller ab 22. Oktober im Kino zu sehen sein.

Auch CNN zeigte bereits Bilder des brutalen Delfinfangs mit Interviews von Richard O'Barry und japanischen Politikern. Die Japaner kontern mit dem Argument, dass in der westlichen Welt Hühner und Kühe geschlachtet und verspeist werden. "Was macht das für einen Unterschied", fragt der japanische Koordinator, Joji Morishita, von der japanischen Fischerei-Agentur. "Gott hat uns die Delfine als Nahrungsmittel geschenkt", äußert ein japanischer Politiker vor der CNN-Kamera.

Die EU fordert dennoch Angaben des WDSF zufolge von der IWC-Walfang-Kommission die Jagd auf Delfine und Kleinwale zu erlauben. "Das ist ein Pakt mit dem Teufel" sagt WDSF-Geschäftsführer Ortmüller. Die EU-Staaten verkaufen die Seelen von zigtausend intelligenten Meeressäugern in den Küstengewässern zu Gunsten der beabsichtigten Ablehnung von neuen Walfangaktivitäten der Mitgliedstaaten mit den Walfangländern Japan, Norwegen und Island nur damit Einigkeit unter den zerstrittenen IWC-Mitgliedern hergestellt wird. Mit Walschutz hat dieser Vorschlag nichts zu tun."

Bisher war bereits der "wissenschaftliche Walfang" durch die IWC erlaubt, den Japan laut WDSF missbräuchlich mit einer jährlichen Fangquote von über 1500 Großwalen praktiziert.

Aktiv werden

Wer sich aktiv gegen die Delfinjagd aussprechen möchte, hat die Möglichkeit online eine Petition zu unterzeichnen. Die Initiative "Stop the Dolphin Slaughter in Japan" möchte mindestens 50.000 Stimmen sammeln, um die japanische Regierung zum Handeln zu animieren. Das Team von Dive-Hive hat sich übrigens schon eingetragen.

Weiteres Material zum Thema Wal- und Delfinschutz in deutscher Sprache findet sich beim Wal- und Delfinschutz-Forum sowie bei Prowal. (cat)

Published on: 09/02/2009

Tags: attentiondelfinejapantierschutzaktion

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