Dive-Hive.com: Achtung

Japan, Taiji: Die grausame Delfin Jagd beginnt

Etwa 100 Delfine und 50 Grindwale wurden in die Bucht getrieben

Bisher konnte man immer wieder lesen, dass bei Beginn der diesjährigen Jadgdsaison im japanischen Taiji noch kein Delfin sein Leben lassen mußte. Mit Hilfes des preisgekrönten Dokumentarfilms "The Cove" (die Bucht) gelang es Regisseur und National-Geographic-Fotograf Louie Psihoyos gemeinsam mit dem Tierschützer Richard O´Barry Zuschauer weltweit über das blutige Treiben in dem Fischerdorf aufmeksam zu machen. Auch die japanische Presse berichtete heuer zum ersten Mal verstärkt, als Richard O´Barry ein Jahr nach dem Dreharbeiten wieder an den Ort des Geschens zurückkehrte.

Taiji, Delfinjagd

Die Saison für die grausige Delfinjagd in Taiji, bei der jährlich in ganz Japan über 20.000 Tiere brutal abgeschlachtet werden, beginnt jedes Jahr am ersten September. Am Stichtag waren in Taiji jedoch keine Fischer in Sicht, um ihr grausiges Werk in Angriff zu nehmen. Ein Statement der japanischen Walfang-Assoziation wurde bekannt. Dieses belegt deutlich die Absicht der Japaner, mit dem Definfang – hauptsächlich aus traditionellen Gründen – wie bisher fortzufahren.

Von vielen Seiten hagelt es es seitdem Proteste.  Auch das Geo-Magazin berichtete über die Vorgänge in Japan und Taijis Schwester-Stadt Broome in Australien drohte an die Beziehung zu dem japanischen Ort zu kündigen, wenn weiter Delfine getötet werden.

Es hieß, man könne mit der Jagd nicht beginnen, weil die aktuellen Wetterbedingungen zu schlecht seien. Trotzdem waren die Hoffnungen von Richard O´Barry und vieler Naturschützer auf der ganzen Welt groß, als auch an den Folgetagen von Seiten der Fischer noch nichts geschah.

Das hat sich nun geändert. Laut Angaben Japan Probe hat die Treibjagd auf Delfine heute begonnen. Etwa 100 Delfine und 50 Grindwale wurden bereits in der Bucht gefangen. Wegen einer Besserung der Wetterbedingungen sollen heute morgen um 5.30 Uhr 13 Fischerboote vom Hafen von Taiji gestartet sein. Sie lokalisierten eine große Gruppe von Delfinen und Walen und trieben diese anschließend in die Bucht. Aufgrund der massiven Kritik aus dem Ausland wollen die Fischer angeblich von ihre Beute zwischen 40 und 50 Delfine an Aquarien im eigenen Land verkaufen, die übrigen sollen wieder in die Freiheit entlassen werden. Die Wale werden allerdings wie vorgesehen geschlachtet und auf dem Markt verkauft.

In den letzten Einstellungen des Films "The Cove" sieht man laut der Frankfurter Rundschau Richard O´Barry mit einem Bildschirm vor dem Bauch mitten in Tokio auf der Straße stehen. Über den Monitor flirren die Bilder des Delfin-Massakers; der einstige Tier-Trainer wirkt verzweifelt, will die Blicke der Passanten auf das grausame Geschehen lenken. "Ich habe jetzt mein ganzes Leben dem Versuch gewidmet, das zu stoppen, was in dieser Bucht passiert", sagt seine Stimme aus dem Off. "Wenn ich das nicht ändern kann, dann kann ich gar nichts ändern, dann gibt es keine Hoffnung."

An dieser Stelle möchte wir noch einmal auf die Kampagne von Oceanic Defense und Richard O'Barry gegen die Definjagd hinweisen. Wer sich aktiv gegen die Delfinjagd aussprechen möchte, hat die Möglichkeit online eine Petition zu unterzeichnen. Die Initiative "Stop the Dolphin Slaughter in Japan" möchte mindestens 50.000 Stimmen sammeln, um die japanische Regierung zum Handeln zu animieren. Weitere Informationen in deutscher Sprache gibt es außerdem beim WDSF, dem Wal- und Delfinschutz-Forum. (cat)