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Eine gute Entscheidung: Auf den Bahamas soll der Fang und Verkauf von Meeresschildkröten verboten werden

Bisher erlaubte die Regierung der Bahamas den Fang aller Arten von Meeresschildkröten, mit Ausnahme der Echten Karettschilkröte

Trotz des Widerstandes vieler Fischer wurden vom Bahamas Ministerium für Landwirtschaft und Marine Resourcen die Fischerei-Gesetze geändert. Die vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten sollen nun in den Gewässern des Archipels geschützt werden. Daher ist es ab sofort verboten die Reptilen zu fangen, zu besitzen, zu kaufen oder zu verkaufen. Die neue Regelung betrifft auch die Eier der Tiere und trat am ersten September in Kraft.

"Die junge Leute hier haben noch nie Schildkröte gekostet, aber von der älteren Bevölkerung in einigen der äußeren Inseln wurden sie weiterhin gegessen", sagte Kim Aranha, ein Mitglied der Organisation, die auf dem Bahamas eine Kampagne zum Schutz der Meeresschildkröten leitete. "Wir sind wirklich glücklich, dass sich unsere Arbeit nun mit diesem Verbot bezahlt gemacht hat. Die Schildkröten konnten sich nicht selbst verteidigen." Die "Bahamas Sea Turtle Conservation Group" übte etwa zwei Jahre lang Druck auf die Regierung aus, um zu erreichen, dass alle Arten von Meeresschildkröten geschützt werden.

Echte Karettschilkröte

Zuvor gestattete die Regierung der Bahamas den Fang aller Arten von Meeresschildkröten, mit Ausnahme der stark gefährdeten Echten Karettschilkröte. Ihr Fleisch wurde von Restaurants verwertet und ihre Panzer als Andenken an Touristen verkauft. Es soll unmöglich sein herauszufinden, wie viele Grüne Meeresschildkröten, Unechte Karettschildkröten und andere Arten jedes Jahr geschlachtet wurden, aber laut der Aktivisten kann man von einer beträchtlichen Anzahl ausgehen.

Aber nicht jeder ist mit den neuen Regelung zufrieden. Die Gegner sagen, Schildkrötenfleisch zu essen sei eine lokale Tradition. Einige ansässige Fischer verlangen weiterhin die stark bedrohten Tieren ungestraft jagen zu dürfen. Jane Mather, Ko-Vorsitzende der Umweltschutzgruppe, hat laut CBS News bereits anonyme Drohungen erhalten. Sie sagte die Gestaltung der neuen Sanktionen werde immer noch mit der Regierung verhandelt, man hoffe aber, dass bald ernst gemacht wird. Laut Mather wollen neunzig Prozent der Bevölkerung der Bahamas nicht, dass Schildkröten getötet werden. (cat)