Persönlicher Erfahrungs-Bericht: Canon EOS 7D und ein Hugyfot-Gehäuse für Unterwasser – Teil 1

       
Hugyfot Gehäuse für Canon EOS 7D

Ansicht von vorne

Ich habe mich letztes Jahr entschlossen, meinen langjährigen treuen Gefährten, eine Olympus C-8080, in den Ruhestand zu schicken und gegen eine Spiegelreflex-Kamera zu tauschen. Nach langem Erkundigen fiel die Wahl letztendlich auf eine Canon EOS 7D.

In diesem ersten Teil möchte ich ausschließlich auf das Hugyfot-Gehäuse eingehen. Ich plane noch weitere Artikel über die Inon-Blitze S-2000, den großen Fisheye Domeport, die Kamera selbst, das Tokina-Objektiv, das Videolicht Sola 600 von Light & Motion und anderen Schnickschnack. Der Bericht basiert auf rein persönlicher Erfahrung und wird von keinem der hier genannten Produkte gesponsert. Bei vielen Fotografen, vor allen Dingen bekannten, hat man oft den Eindruck, sie loben die Geräte aus den falschen Motiven in den Himmel. Wenn etwas gut ist, darf man das ruhig sagen – aber auch die negative Seiten sollen ruhig erwähnt sein, oder?

Wie man in viele Foren lesen kann, ist das Tokina Fisheye 10-17mm ein sehr viel gekaufte Linse. Somit hatte ich nun Kamera und Objektiv. Natürlich fehlte nun das Unterwasser-Gehäuse. Als Tec-Taucher wollte ich ein Gehäuse haben, das mindestens bis 60 Meter wasserdicht ist. Somit forschte ich zunächst nach der billigsten Lösung, was Ikelite gewesen wäre.

Diverse Foren raten aber davon ab, Acryl-Gehäuse bis zum Anschlag zu tauchen. Es könnten sich unsichtbare Haar-Risse bilden und irgendwann flutet das System einfach. Also hab ich mich nach einem Aluminium-Gehäuse umgesehen und spontan hat mir das Hugyfot gefallen.

Was mir gut gefällt

Das Gehäuse ist an sich wirklich ausgezeichnet. Es liegt gut in der Hand, ist nicht so wuchtig und ich mag schwarz :).

Hugyfot Gehäuse für Canon EOS 7D

Der "Abzug"

Das Hugyfot ist, zumindest für meine Hände, perfekt. Ich komme sehr gut an alle Tasten, ohne irgendwelche Verbiegungen machen zu müssen. Die Tasten lassen sich angenehm leicht drücken und vor allen Dingen der Auslöser-Hebel gefällt mir gut. per Standard schlüpft man auf der rechten Seite in eine Schlaufe und hat somit den Zeige- und Mittelfinger immer am Abzug. Mit dem Zeigefinger kann ich trotzdem das obere Rad der EOS 7D und die obere Knopf-Reihe bedienen, ohne aus der Schlaufe zu müssen. Mit dem Daumen der rechten Hand komme ich an die hinteren Knöpfe der 7D.

Klar muss man ab und zu aus der Schlaufe, wenn man zum Beispiel Blitze verstellen möchte. Ich nehme die rechte Hand auch her, um die linke Knopfreihe der Canon zu bedienen. Aber das Heraus- und Hineinschlüpfen in die Schlaufe ist keine Raketen-Wissenschaft und geht sehr einfach.

Kurz gesagt: Das Handling des Gehäuses ist ausgezeichnet.

Was mir nicht so gut gefällt

Allerdings sind da ein paar Dingen, die ich bei einem Discounter-Produkt akzeptiert hätte. Aber in den Preis-Sphären dieser Gehäuse war ihc zunächst etwas angefressen, bis ich Eigenlösungen dafür fand.

Hugyfot Gehäuse für Canon EOS 7D

Meine Benzinschlauch-Lösung

Allerdings kam es mit einem Video-Umschalter, der schĺicht und einfach einen Millimeter zu kurz war. Anfangs gab sich der Verkäufer uneinsichtig und sage mir, dass ich das Finetunig des Gehäuses verstellt hätte und nicht selbst daran rumschrauben soll. Außerdem hab man das Gehäuse getestet und es habe alles funktioniert. Der Schalter ist nämlich wichtig, weil ich mich sonst vor dem Tauchgang entscheiden müsste, Bilder oder Videos zu schießen.

Das bezweifel ich zwar, weil der Schalter bei der ersten Benutzung einfach abfiel. Und als Computer-Experte (bitblokes.de) trau ich mir wohl zu, ein Stück Plastik an einen Eisenzapfen zu schrauben. Rücksenden war auch keine Option, da ich mich im Ausland befinde. Somit bin ich also zum lokalen Motorrad-Händler und hab den Schalter mit einem Stück Benzinschlauch erweitert. Das funktioniert prima. Der Händler hat sich in der Zwischenzeit überzeugen lassen und mir einen neuen Hebel geschickt, der genau einen Millimeter länger ist. Den behalte ich erst mal als Ersatzteil. Meine Lösung funktioniert hervorragend.

Tokina Fisheye 10-17mm

Der Schnürsenkel halbiert die weiße Fläche

Warum der Zoomring für das Tokina-Objektiv unbedingt weiß sein und die größere Fläche nach vorne zeigen muss, bleibt mir auch ein Rätsel. Gerade in Verwendung mit dem 8-Zol-Domeport und die Blitze ein bisschen zu weit vorne gibt das hässliche Reflektionen. Das passiert aber eigentlich nur, wenn die Linse auf 10mm eingestellt ist. Anstreichen kann man den Zoomring nicht, weil die Farbe einfach nicht halten will. Aber auch hierfür gibt es eine einfache Hausmittel-Lösung. Ich hab einfach einen Schnürsenkel herum gebunden, der die weiße Fläche zum Großteil abdeckt. Ich werde mir noch einen breiteren Schnürsenkel besorgen, wenn ich das nächste Mal in Deutschland bin – lebe ja derzeit in Ägypten etwas abseits :)

A propos Zoomring: Da bin ich auch nicht ganz glücklich, weil auch hier dem System ein halber Millimeter zu fehlen scheint. So lange man die Tokina langsame verstellt, ist alles OK. Tut man das aber schnell und während eines Tauchgangs mehrmals, rutscht der Zoomring einfach von Zahnrad ab und man kann das Objektiv nicht mehr verstellen.

Das Hugycheck-System

Hugycheck

Sieht doch wie ein Zünder aus, oder? :) (Quelle: http://www.hugyfot.com)

Davon weiß ich wirklich noch nicht so ganz, was ich davon halten soll. Dieser Helfer misst laut Aussage der Hersteller den Innendruck des Gehäuses und soll vor Flutung schützen. Dazu gibt es eine kleine Pumpe, die durch ein Ventil die Luft aus dem Gehäuse saugt. Ein großer Spaß ist die Pumpe am Flughafen, weil sie wie ein Zünder aussieht und noch einen kleinen roten Knopf hat.

Mir ist das System aber gleich am Anfang einmal losgegangen und ich hab den Schreck meines Lebens bekommen. Das Gehäuse war aber absolut dicht und nicht der kleinste Tropfen Wasser war in der Innenseite zu finden. So einen Schock brauch ich noch einmal und ich teste das Gehäuse nun wie einen Rebreather bei einem Negativ-Test. Ich sauge am Anfang des Tages oder eine Stunde vor dem Tauchgang die Luft aus dem Gehäuse. Wenn ich das Ventil kurz vor dem Tauchgang aufschraube und ich höre ein leichtes Zischen, dann war es wohl dicht.

Außerdem nehme ich mir beim Sprung in das Wasser die Zeit, nach Luftblasen an der Oberfläche zu prüfen. In fünf Metern Tiefe nehme ich mir meist noch einmal eine halbe Minute zeit, um eventuellen Wassereinbruch zu prüfen. Am besten mit dem Port nach unten, weil dann sieht man das Wasser sofort und kann entsprechend reagieren.

Das letzte was man bei einem Tec- oder tieferem Tauchgang brauchen kann ist ein unberechtigt ausgelöster Alarm, der zusätzlichen Stress verursacht. Und wenn tief unten Wasser einbricht, dann ist es sowieso egal, weil ein sofortiges Auftauchen vielleicht keine Option ist. Ohne eine Boje wäre die Kamera auch nicht zu retten, weil das komplett aufgerödelte System im Wasser negativen Auftrieb ist – sprich sinkt.

Ich will es aber nicht komplett schlecht reden. Vielleicht ist es ein wirklich tolles System und ich hatte einfach nur Pech. Aber ich vertraue lieber visuellen Eindrücken und meinem persönlichen Gefühl. Meine vorherige Kamera hatte ich sechs Jahre ohne jeglichen Wassereinbruch (auf Holz klopf). Wer seine O-Ringe im Blick hat und nicht blindlings einfach unter taucht, vermindert die Gefahr einer Flutung ganz einfach deutlich. Andere Gehäuse kommen ja auch ohne aus. Dazu kommt noch, dass solche Technologien nur dann gut sind, wenn man auch an die entsprechenden Ersatzteile kommt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier in Ägypten so eine Batterie bekomme. Irgendwann bekommt das Hugycheck-System bestimmt eine neue Chance.

Weitere Gedanken und Erfahrungen

Islands, Dahab Rotes Meer

Ich mag mein UW-System

Wie schon erwähnt ist das Gehäuse recht kleine und umschließt die Kamera. Das hat natürlich auch seinen Preis. Um den Akku der Canon zu wechseln, muss man die Kamera aus dem Gehäuse nehmen. Dies kommt einem kompletten Zerlegen gleich, weil auch der Dome-Port entfernt werden muss, um das Objektiv abzunehmen. Glücklicherweise hält die Battery der EOS 7D locker drei Tauchgänge durch, wenn man nicht wild und wahllos durch die Gegend knippst.

Das Anbringen und abnehmen des Port bedarf etwas Gefühl. Anfangs dachte ich das Ding geht da nie rauf oder runter. Mit der Zeit bekommt man den Dreh aber raus und diese Aktion ist doch recht schnell erledigt. Klar muss es etwas strenger gehen, das System soll schließlich dicht sein.

Wichtig!: Vor einem Ausflug immer prüfen, den richtigen Imbuss-Schlüssel dabei zu haben. Das Gehäuse öffnet und schließt man mit zwei Schrauben, die links und rechts angebracht sind. Ich weiß warum ich das als wichtig deklariere ;)

Nach dem Tauchgang

Ich habe gern eine kleine Flasche dabei, die Wasser mit etwas Spülmittel enthält. Daraus spendiere ich in der Regel dem Domeport nach jedem Tauchgang einen kleinen Schluck – von außen natürlich. Zwischen Tauchgängen lasse ich das Gehäuse geschlossen, wenn ein Öffnen nicht unbedingt notwendig ist.

Nach dem Tauchtag lege ich das Gehäuse komplett in Süßwasser ein. Mindestens eine Stunde lang, darf es sich darin entsalzen. Zwischendrin drücke ich auch wieder alle Knöpfe, damit das Salz auch aus den Zwischenräumen entfernt wird. Wer sein zeug gut wartet, hat einfach läge was davon und einfach mehr Spaß daran.

Fazit

Hugyfot Gehäuse für Canon EOS 7D

Ansicht von hinten

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Hugyfot und der Canon EOS 7D.  Richtig ärgern musste ich mich nur zu Anfangs, als man mich irgendwie als „zu blöd“ darstellte, weil einige Dinge nicht funktionierten. Es war aber nicht mein Fehler. Allerdings kompensiert die ausgezeichnete Beratung den anfänglichen Ärger. Somit passt es wieder.

Ich kann das Hugyfot-Gehäuse schon empfehlen. Solltest Du damit aber ein Problem haben, von dem Du Dir sicher bist, dass es nicht Deine Schuld ist, lass nicht locker. Das Ding ist teuer genug, dass es auch 100 Prozent funktionieren soll. Beim Autohändler würde man sich bei nur einem funktionierendem Blinker eines Neuwagens mit den Worten abspeisen lassen: „Ja mei, dann kannst Du halt nur links abbiegen.“, oder?

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Veröffentlich am 9. Mai 2011 von jdo
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