Anleitung: Ein Freediving (Apnoe) Lanyard selbstgemacht

       

Du suchst noch ein Geschenk für jemand aus der Freediving Szene oder dir ist schlichtweg todlangweilig während deine Freundin schon das fünfte Blech Plätzchen in den Ofen schiebt? Dann haben wir genau die richtige Vorweihnachts-Beschäftigung für dich! Baue dir eine Freediving Sichterheitsleine, ein sogenanntes “Safety Lanyard”!Dazu musst du erst mal einkaufen, denn du brauchst folgende Zutaten:

Werkzeug und Material für Lanyard

Bitte besorgen

(Von links oben nach rechts unten)

  • Etwa 2 m Edelstahl-Drahtseil mit ca. 2-3 mm Durchmesser Gut eignet sich flexibles, rostbeständiges Material aus mehreren Fäden. Das gibt es zum Beispiel in Läden für Angel- oder Segelbedarf und kostet pro Meter ungefähr 1,50 Euro.
  • 1 großer Edelstahlkarabiner mit Knick Den Karabiner und den Schnappschäkel (s.u.) gibt es z.B. in vielen Tauchläden. Die Kosten belaufen sich pro Stück auf ca. 3-5 Euro.
  • 1 Edelstahl Schnappschäkel mit seitlichem Öffner
  • Doppel-Klemmhülsen (mindestens 2, besser mehrere falls du üben willst) Das sind kleine Metallhülsen, die gequetscht werden, um Schlaufen herzustellen. Man bekommt sie für ein paar Cent ebenfalls im Angelbedarf oder Eisenwarenhandel Tipp: Die Hülsen so eng wie möglich wählen
  • 1 Armhalter mit Klettverschluß und D-Ring Die gibt es in Deutschland z.B bei Simones Hammerladen in der Rubrik “Apnoe Zubehör” für etwa acht Euro.
  • 1 Seitenschneider
  • 1 Zange Es gibt spezielle Klemm- oder Quetschhülsenzangen, die sind ideal. Man kommt aber auch mit einer “herkömmlichen” aus. Eine geeignete Zange hat eine große, stabile Form, damit genügend Pressdruck erzeugt werden kann.
  • Kabelbinder

Hilfreich ist außerdem:

Überlegungen:  Was es zu beachten gilt, habe ich im Vorfeld recherchiert. Vor allem Hawkeye’s Freediving Blog war dabei sehr hilfreich.

  • Das Gewicht des Lanyards so gering wie möglich zu halten hat den Vorteil, dass der Tauchgang so wenig wie möglich gestört wird, die Leine sich auf dem Weg nach unten weniger verheddern kann und den Taucher nicht überholt.
  • Zugunsten der Hydrodynamik sollte das Lanyard so wenig Widerstand wie möglich erzeugen, zugunsten der Sicherheit soll es so einfach wie möglich aufgebaut sein.
  • Außerdem muss die Konstruktion in der Lage sein einem dauerhaften Einsatz im Salzwasser widerstehen. Alle verwendeten Materialien sollten aus diesem Grund Edelstahl, Titan oder Bonze sein, denn diese Metalle korrodieren im Salzwasser nicht.
  • Wenn im Notfall ein Gegengewicht-System zur Rettung eingesetzt werden muss, sollte das Lanyard am Seil bleiben und das Unterwasser-Körpergewicht des Trägers halten wenn dieser zur Oberfläche gezogen wird.
  • Der Autor von Hawkeye’s Freediving Blog geht davon aus, dass das Lanyard einer Belastung von etwa 100kg ausgesetzt sein dürfte wenn sein Körper, wenn er im ungünstigsten Winkel durch das Wasser gezogen wird und ein Gegengewicht-System im Einsatz ist. Daher sollte die Lanyard-Konstruktion der doppelten Last, mindestens jedoch 250 kg standhalten. Daher beim Einkaufen auf die Material-Spezifikationen achten!
  • Im Falle eines Notfalls muss sich das Lanyard außerdem sehr schnell vom Hand- oder Fußgelenk lösen lassen.

Und dann kann’s auch schon losgehen!

  1. Eine Schlaufe erstellen indem man das Drahseil durch die Klemmhülse führt und die Hülse anschließend sorgfältig von allen Seiten sehr fest zuquetscht. Hier kann ein starker Mann ausgesprochen hilfreich sein. Die Schlaufe soll später in den großen Karabiner eingefädelt werden und sollte nicht zu weit sein, damit sich das Seil nicht verheddert, aber auch nicht zu eng, um dem Karabiner ein wenig Spiel zu lassen.Wenn die Klemmhülse gut verschlossen ist, rutscht das Seil nicht mehr hin und her, auch nicht unter sehr starkem Zug.
    Lanyard Schlaufe im Drahtseil

    Schlaufe mit Hilfe der Doppel-Klemmhülse bilden

    Schlaufe verschließen

    Schlaufe gut zuquetschen

  2. Nun das andere Seilende an der gewünschten Stelle mit dem Seitenschneider durchtrennen. (Bitte keine Schere nehmen, die kannst du danach nämlich getrost entsorgen …) Ich habe mich für 1m Länge entschieden. (AIDA erlaubt momentan Lanyard-Längen zwischen 30 cm und 1,5 m.)

    Seil auf passende Länge zuschneiden

    Drahtseil durchtrennen

  3. Eine zweite Schlaufe formen. Dieses Mal wird gleich in den Schnappschäkel eigefädelt. Die Schlaufe sollte wiederum weder zu groß noch zu eng sein. Gleiches Prozedere wie zuvor. Die Klemmhülse wirklich sorgfältig und sehr fest zuquetschen und wiederum auf Zug testen.
    Eine zweite Schlaufe wird erstellt

    Schlaufe um den Schnappschäkel bilden

    Klemmhülsen verschlossen

    Zwei fest verschlossenen KLemmhülsen

  4. Nun ist der “handwerkliche” Teil eigentlich schon vorbei. Jetzt hängst du den großen Karabiner in die freie Schlaufe ein und trennst den unteren Teil des Karabiners mit einem Kabelbinder ab. Das abstehende Ende einfach abschneiden.

    Schlaufe einhängen, Karabiner mit Kabelbinder schließen

  5. Der Schnappschäkel wird nun in den D-Ring des Armhalters eingehängt. Am Verschluss des Schnappschäkels kann je nach Wunsch noch ein Band angehängt werden, um diesen besser kenntlich zu machen.

    Quick-Release am Armhalter

    Schnappschäkel wird in Armhalter eingehängt

  6. Fertig! Oder fast, denn du solltest – und hier kommt wieder der starke Mann ins Spiel – deine Kreation vor der Jungfernfahrt auf jeden Fall noch einmal auf Zugfestigkeit testen. Wenn du dir nicht sicher bist, ob die Klemmhülsen gut genug verschlossen sind, dass lass dir sicherheitshalber im Baumarkt von einer Fachkraft helfen.
    Selbstgemachtes Lanyard

    Fertig!

    Lanyard ist fertig

    Lanyard am Arm verstaut

  7. Viel Spaß im Wasser!!!!

Wichtiger Hinweis: Ich bin kein professioneller Safety-Lanyard Hersteller, gebe diese Anleitung nach bestem Wissen und Gewissen weiter, übernehme aber keinerlei Haftung. Wer meinem Vorschlag nachbaut, tut das auf eigene Gefahr. (cat)

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Veröffentlich am 17. Dezember 2011 von cat
tags: , , , , , , , , , , kategorie: apnoe
 
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